Ausstellungseröffnung: Augenblicke – von Leben und Sterben

13 Texte von Marlies Reulecke und 13 Fotografien von Jens Reulecke.
Im Angesicht des Todes verdichtet sich das Leben. Die Palliativärztin Marlies Reulecke erlebt in ihrer Arbeit immer wieder berührende Augenblicke intensiver Lebendigkeit: mal laut, mal still, mal humorvoll, mal traurig. In ihren Texten erzählt sie von diesen Momenten und würdigt das Leben wie auch den Tod der Menschen, die sie begleitet. Zugleich laden ihre Geschichten dazu ein, sich dem Thema Endlichkeit zu nähern und ihm mit Offenheit und Mut zu begegnen.
Der Künstler Jens Reulecke reagiert bildnerisch auf diese Texte. Seine Arbeiten greifen die Spur des Übergangs auf, richten den Blick jedoch über Erinnerung und Vergänglichkeit hinaus auf das Kommende, das noch Ungewisse. Was uns posthum folgt, erscheint hier als energetisch aufgeladener Raum – als Hoffnung im Angesicht des Todes.
Ein begleitendes Programm öffnet weitere Zugänge und vertieft die Themen der Ausstellung.
Zur Eröffnung sprechen:
Pfarrerin Andrea Richter
Marlies Reulecke
Jens Reulecke
Performance „Augenblicke“
Gudrun Doberenz, Jens Reulecke, Gerhard Uebele
Die Performance „Augenblicke“ versteht sich als Experiment und versucht, genau das auszukosten, was der Titel benennt. Gearbeitet wird mit der menschlichen Stimme, dem Raum, der vergehenden Zeit und allerlei Klängen.
Immer geht es um den erfüllten Augenblick, um eine Kunst des Verweilens. Erst durch ein solches Innehalten wird das Leben davor bewahrt, in unzählige Augenblicke zu zerfallen, die nichts miteinander zu tun haben und Stress erzeugen.
Die Performance versucht dagegen, ein Netz aus Beziehungen zu flechten. Augenblicke werden so zu Aus-, Ein- und Rückblicken.