Unser theologisches Konzept

refoBAUSTEINE

[blockquote]Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
1. Kor. 3,11[/blockquote]
Der Grundstein ist für uns als christliche Gemeinschaft schon gelegt. Wie bauen wir in der heutigen Zeit angesichts der Herausforderungen unserer Gesellschaft und mit unseren konkreten Nachbar_innen hier in Moabit auf diesem Fundament auf? Auf der Baustelle der Reformationskirche wurden fünf Bausteine für uns wichtig:

1. Baustein: Suchende und betende Jesus-Gemeinschaft

Die Reformationskirche wurde zu einem Ort, an dem in den Beziehungen zwischen uns und in der fragenden Ausrichtung auf Gott der leere Raum zum Lebensraum wurde. Wir sehen uns als eine suchende und betende Jesus-Gemeinschaft. Wir bleiben in unserer Unterschiedlichkeit miteinander im Gespräch, bis wir einen Konsens gefunden haben, gestalten Prozesse ergebnisoffen, lernen an Versuch und Irrtum und stehen als Gemeinschaft von Suchenden im Gebet vor Gott.

2. Baustein: Beteiligungskirche

Die riesige „Brache“ war eine nicht überschaubare Herausforderung, die uns in den letzten Jahren mehr als einmal an unsere Grenzen geführt hat. Trotz dieser Herausforderung sind wir losgegangen und leben im Vertrauen darauf, dass Gott uns im rechten Moment die nächsten Türen öffnet. Wir rechnen mit weiteren Akteur_innen und beten für Menschen, die sich beteiligen. So sind wir von Anfang an Beteiligungskirche. Kirche ist für uns der Ort, an dem sich Menschen verbünden, um das, was Gott ihnen aufs Herz gelegt hat, gemeinsam umzusetzen. Wir gestalten unsere Gottesdienste und kulturellen Veranstaltungen so, dass Teilnehmende selbst aktiv werden können. Wir laden ein, mitzugestalten und sich in unsere basisdemokratischen Prozesse einzubringen. Das Unfertige, der Baustellencharakter, bietet viel Raum für Menschen, die mitgestalten wollen.

3. Baustein: Engagement jenseits von Haupt- und Ehrenamt

Auf unserer Gemeinde-Baustelle sind keine angestellten Arbeiter unterwegs. Engagement findet bei uns jenseits von Haupt- und Ehrenamt statt. Unsere Gemeinschaft möchte denen, die Beruf und Berufung miteinander verbinden wollen, dies ermöglichen. Dabei helfen uns unsere kreativen, künstlerischen, pädagogischen, theologischen und organisatorischen Ressourcen. Wir entwickeln Arbeitsfelder, die unseren inhaltlichen Schwerpunktsetzungen nahe stehen (z.B. Jugendbildung www.bakfisch.de , Kulturprojekte, Raumbewirtschaftung). Wir gehen offen mit unseren Möglichkeiten und Bedürfnissen um, unterstützen uns gegenseitig und bringen uns unentgeltlich oder als Freiberufler ein.

4. Baustein: Offener, gastfreundlicher Gottes-Ort

Gemeindeaufbau ist für uns in erster Linie Beziehungsgeschehen. Kulturveranstaltungen und Gottesdienste können als Kontaktflächen dienen. Doch erst im Erleben von Menschen, die ihren Glauben authentisch leben, lassen sich Menschen tiefer auf den Glauben ein. Deshalb soll die Reformationskirche ein offener, gastfreundlicher Gottes-Ort sein. Als Gemeinschaft wollen wir auf dem Reformations-Campus zu Hause sein und unser Zuhause suchenden Menschen öffnen. Schon jetzt wohnen viele von uns in der Nähe der Kirche, Freiberufler_innen arbeiten in unserem Büro und sind gleichzeitig offen für Kontakte in den Kiez. Wenn das marode Wohnhaus saniert ist, werden wir mit ca. 20 Gemeinschaftsmitgliedern tatsächlich direkt auf dem Gelände leben.

5. Baustein: Hoffnungs-Gemeinschaft

Als Gemeinschaft wollen wir uns nicht auf Grund unseres Glaubens abgrenzen. Wir können Menschen in unsere Hoffnung hinein nehmen und mit ihnen hoffnungsvoll leben, ohne dass sie den Grund unserer Hoffnung für sich annehmen können. So kann eine leere Kirche zu einem Ort werden, an dem Christ_innen und Nichtchrist_innen gemeinsam eine Hoffnungs-Gemeinschaft bilden.